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Bordapotheke für Langfahrt und küstennahe Gebiete

 

Die Zusammenstellung der Medikamente, Instrumente und Verbandstoffe hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie viele Personen sind an Bord?
  • In welcher Zeit kann unter normalen Umständen ein Hafen erreicht werden?
  • Wie sind die Versorgungsmöglichkeiten in dem befahrenen Revier?
  • Sind ältere Leute oder/und Kinder mit von der Partie?
  • Rüsten wir ein Charterschiff aus oder soll die Reise über einen Ozean gehen?

Bitten Sie Ihren Hausarzt, Ihnen bei der Ausstattung der Bordapotheke zu helfen und ebenso auch einen Apotheker, der Sie berät, wie Sie am billigsten wegkommen. 

Weisen Sie den Apotheker darauf hin, wenn Sie sich mit Ihrem Schiff in warmen Gegenden oder auch in den Tropen aufhalten wollen. Denn nicht alle bei uns im Handel befindlichen Arzneimittel sind tropentauglich.

Bordapotheke für Langfahrt (L) und küstennahe Gebiete (K)

Die unter (K) aufgeführten Medikamente müssen bei Langfahrt zusätzlich in der Bordapotheke enthalten sein.

Verletzung/Erkrankung

Behandlungsvorschlag

Allergieen

L) Leichte Allergie, Juckreiz  Fenistil Gel, Kalzium-Brausetabletten
K) Schwere Allergie Urbason Tabletten, Antibiotika
L) Bakterielle Infektionen  Ciprobay, Binotal, Baycillin

Atemwegserkrankungen

K) Reizhusten Codipront-Kapseln
L) Husten Acetylcystein, Ambroxol Tabletten
L) schwere Bronchitis Ciprobay Tabletten

Augen

L) Bindehautentzündung  Visadron Augentropfen
L) Eitrige Augen Refobacin Tropfen/Salbe
K) Starke Schmerzen bei Augenverletzung Tramal long Tabletten

Beruhigung

L) Nervosität  Lexotanil Tabletten
K) Starke Erregung Valium Tabletten

Blase-Nieren

L) Harnwegsinfekt  Ciprobay 
K )Nierenkolik Buscopan plus Zäpfchen

Hals-Nase-Ohren

L) Entzündungen des äußeren und mittleren Ohres Dorithricin Ohrentropfen
L) Schnupfen Rhinospray
L) Halsschmerzen Dorithricin Halstabletten, Hexoral zum Gurgeln 
K) Herzanfall/Angina pectoris Nitrolinqual Spray /Kaps

Hautkrankheiten

K) Verbrennungen, Insektenstiche, Sonnenbrand  Fenistil Gel 
L) Furunkel Ilon-Abszeßsalbe
K) Desinfektion von Wunden Betaisadona, Mercuchrom Lösung, Merfen Orange, Desinfektions-Puder

Schmerzen

L) Leichte Schmerzen Paracetamol Tabletten Novalgin
K) Schwere Schmerzen Tramal long Tabletten
L) Lokalanästhesie Xylocain Ampullen

Seekrankheit

K) Zur Vorbeugung Bonamine, Peremesin, Vomex
Tabletten, Scopoderm Pflaster
K) Schwere Seekrankheit, Erbrechen  Paspertin Zäpfchen

Verdauungsorgane

K) Sodbrennen, Gastritis Gastritis Gelusil Lac, Antra
L) Magen/Darmverstimmung Paspertin Tropfen
K) Durchfall  Imodium Tabletten
K) Bauchkrämpfe Buscopan plus Zäpfchen

Diverse Erkrankungen

L) Blutergüsse, Prellungen, Zerrungen Lasonil, Mobilat Salbe
L) Schwellungen, Entzündungen Amuno Dragees, Voltaren
L) Haemorrhoiden Lasonil Salbe
L) Gebärmutterblutungen Methergin Tropfen
L) Fieber Aspirin Tabletten
K) Gallenkolik Buscopan plus Zäpfchen
L) Blutungen Ugurol Tabletten

 

ACHTUNG!

Bei der Gabe von Antibiotika ist es extrem wichtig die im Beipackzettel angegebene Dosierung (Menge und Häufigkeit der Einnahme) sorgfältigst einzuhalten. Keinesfalls dürfen Antibiotika zu früh abgesetzt werden. Das ist bereits beim Einkauf zu berücksichtigen. Hier darf nicht gespart werden. 

Nur für den Arzt!

Einige Medikamente, die nur in die Hand des Arztes gehören, sollten getrennt von der Bordapotheke in einem verschlossenen Kasten aufbewahrt werden:

  •  schwere Infektionen: Cephalosporin Ampullen

  •  Schock, Kollaps: Ringerlösung, Kochsalzlösung Infusion

  •  schwere Allergien: Volon 40 mg Ampullen

  •  schwere Erregung: Psyquil Ampullen

  •  schwere Schmerzen: Tramal Ampullen

  •  starke Erregung: Valium Ampullen

Wichtig:

Auf jeden Fall sollten verschiedene Einmal-Spritzen in der Bordapotheke enthalten sein. Falls Sie in Ländern der Dritten Welt, in denen die hygienischen Verhältnisse nicht einwandfrei sind, einen Unfall erleiden oder schwer erkranken, sollten Sie dem behandelnden Arzt die Einmal-Spritzen aus der Bordapotheke für die Behandlung überlassen. Denn durch nicht ordnungsgemäß sterilisierte Spritzen kann man sich mit dem HIV-Virus infizieren. Auch über Bluttransfusionen und Blutprodukte kann man sich anstecken, wenn diese nicht zuverlässig kontrolliert worden sind und von Leuten stammen, die mit dem Aidsvirus infiziert sind. Auskunft erteilt die deutsche Auslandsvertretung. Wenn dringend erforderlich, sollte ein Transport in die Heimat oder ein anderes Land in Erwägung gezogen werden.

Instrumente

  •  Fieberthermometer

  •  Einmalhandschuhe

  •  Splitterpinzette

  •  Einmalskalpell

  •  chirurgisches Naht- oder Klammerbesteck

  •  Wundklammern

  •  Verbandschere

  •  Einmalspritzen 2ml, 5ml,20ml

  •  Einmalkanülen Gr.1, Gr. 14

  •  Safar-Tubus

  •  Rekordspritze 5ml

  •  Schockdecke

Verbandsstoffe

  •  Dreiecktuch

  •  Watte

  •  Verbandpäckchen, groß, mittel

  •  Verbandmull

  •  Metalline Verbandtuch 60 x 80cm

  •  Metalline Verbandpäckchen

  •  Porofix Klammerpflaster

  •  Hansastrip (verschiedene Breiten)

  •  Leukoflex (verschiedene Breiten) auch für Druckverbände,

  •   Mullbinden (verschiedene Breiten)

  •  Idealbinde,10 cm, Tamponadestreifen

  •  Augenklappe, Lederfingerlinge

  •  Schienenmaterial

  •  Sicherheitsnadeln

  •  Blutstillende Watte

Für kleinere Hautverletzungen

(in einem eigenen Verbandkästchen immer griffbereit zur Hand)

  •  verschiedene, wasserfeste Pflaster

  •  ein Breitbandantiseptikum

  •  Sprühverband

  •  Schere

Geht die Fahrt in die Tropen, so soll unsere Apotheke ein Präparat zur Malaria-Prophylaxe enthalten. In heißen Gegenden werden Dragees und Kapseln leicht unbrauchbar. Zäpfchen kann man vor der Anwendung mitsamt der Hülse in Wasser abkühlen. Im übrigen stellen die Tropeninstitute in München und Hamburg gerne Merkblätter zur Verfügung.

Falls Kleinkinder an Bord sind, müssen spezielle Medikamente in der Bordapotheke vorhanden sein.

Aufbewahrung der Bordapotheke

Die Medikamente, Instrumente und Verbandstoffe werden in verschiedenen wasserdichten Plastikbehältern aufgehoben. Es empfiehlt sich, die Medikamente zu nummerieren und in ein Inhaltsverzeichnis einzutragen, wo die verschiedenen Präparate nach Krankheitsgebieten geordnet sind. Die Apotheke muß an einem kühlen, trockenen und gut zugänglichen Platz aufbewahrt werden, in heißen Gegenden nahe an der Bordwand, unterhalb der Wasserlinie. Keinesfalls sollten aus Platzersparnis die Medikamente aus den Originalpackungen entfernt werden, wegen des darin enthaltenen Beipackzettels, welcher Indikation, Dosierung, Kontraindikation (in welchen Fällen muß auf das Medikament verzichtet werden) und Unverträglichkeiten mit anderen Präparaten oder Alkohol angibt.

Im Kasten der  Bordapotheke befindet sich für den Notfall, am Deckel befestigt, eine Taschenlampe (jährlich die Batterie prüfen!)

Wartung der Bordapotheke

Zu Beginn der Saison oder vor größeren Reisen sollte die Bordapotheke auf Vollständigkeit und einwandfreien Zustand überprüft werden. Bei jahrelanger Lagerung können Medikamente aufgrund chemischer Umsetzungsprozesse einem erheblichen Wirkungsverlust unterliegen, ja sogar schädlich sein. Wie kann nun aber auch der Laie feststellen, wann die Arzneimittel bereits veraltet sind und durch neue Waren ersetzt werden müssen?

Grundregeln für die Aufbewahrung von Medikamenten 

  •  Medikamente, bei denen das Verfallsdatum überschritten ist, dürfen nicht mehr verwandt werden. (Das Verfallsdatum kann im Inhaltsverzeichnis der Bordapotheke vermerkt werden.)

  •  Arzneimittel, die durch Verfärbung oder intensive Geruchsentwicklung auffallen, müssen ausgesondert werden.

  •  Rissig oder schmierig gewordene Dragees oder zu Pulver zerfallene Tabletten sind unbrauchbar.

  •  Salben, Emulsionen oder Cremes, die sich zersetzt haben, oder eingetrocknet sind, gehören nicht mehr in die Bordapotheke.

  •  Klare Lösungen, Tropfen oder Säfte, die starke Trübung oder Bodensatz zeigen, sind nicht mehr anwendbar.

  •  Sterilisierte Verbandstoffe oder Instrumente sind nur in einwandfreier, verschlossener Packung wirklich keimfrei.

 

Hier ein link der Hilfe bei verschiedensten Krankheiten liefert:

nhsdirect.nhs.uk

 

 

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last update: 19 Mai, 2008  

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